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Lothar Zahn
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Geschichte

Gab es vor der Gründung des bestehenden Vereins 1990 schon etwas Ähnliches? Aussprachen mit dem Geschichtsverein in Ludwigsfelde, vertreten durch Frau Gärtner, außerdem mit älteren Bürgern, die bereits vor 1938 in Ludwigsfelde wohnten und mit der Leiterin des Stadtmuseums Frau Krause, wurden durchgeführt. Im Ergebnis dessen lässt sich leider keine Information finden, die auf das Wirken eines Mietervereins vor der Neugründung 1990 schließen lässt.

Die Ursachen dafür vermuten wir in der Entwicklungsgeschichte unseres Ortes. Ludwigsfelde erlangte erst 1929 als Wohnort Bedeutung, vorwiegend auf der Basis von Ein- und Zweifamilienhäusern (Bauernhöfe, Handwerker, Gewerbetreibende, Eisenbahnerwohnungen und Wochenendgrundstücke). Die mit der Gründung des Daimler-Benz Motorenwerkes verbundene Bautätigkeit ab 1936 bezog sich ebenfalls überwiegend auf Ein- und Zweifamilienhäuser als Eigentums- bzw. Werkwohnungen sowie Siedlungsgenossenschaften, die vom Werk abhängig waren bzw. beeinflusst wurden. Die Reihenhäuser in der jetzigen Ernst-Thälmann-Straße und der Potsdamer Straße als Mietwohnungen sind ab 1938 ebenfalls als Werkwohnungen entstanden. Dies trifft auch für die Holzhaussiedlung zu, die während des Krieges bis Kriegsende gebaut wurde.
Der damalige sogenannte Block 3 -das heutige Flussviertel- bestand überwiegend aus Wochenendgrundstücken, die zum Teil vor 1945, vorwiegend aber danach zu Wohngrundstücken ausgebaut wurden - im Privatbesitz oder als Pacht.
Der heutige Teil der Mietwohnungen, die Großsiedlungen "Dichterviertel" und nordwestlich der Autobahn, wurden erst nach 1952 errichtet. Die im Zusammenhang mit der Bodenreform erbauten Neubauernhöfe in der Rüsternallee waren ja ebenfalls keine Mietwohnungen. Durch diese die Entwicklung Ludwigsfeldes prägenden Besonderheiten:
  • Überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser als Privatbesitz, Werkwohnung und Siedlungsgenossenschaft
  • Wochenendgrundstücke
  • Mietwohnungen als Werkwohnungen
war die Basis für eine Vereinsgründung zur Durchsetzung von Mieterinteressen nicht vorhanden. Die politische Situation zur damaligen Zeit allgemein und im Zusammenhang mit dem Daimler-Benz-Werk in Ludwigsfelde im Besonderen waren keine Voraussetzungen für das Entstehen eines Mietervereins in Ludwigsfelde.

In der DDR war ein Mieterverein ebenfalls nicht von Nöten. Die Bedingungen in der Wohnungspolitik machten die Durchsetzung von Mieterinteressen mittels eines Vereins absurd.

Es begann in der Wendezeit 1989 - 1990, als sich Pächter von Westgrundstücken um die Herren Hecht. Fröhlich und Prüwe, und natürlich auch Frauen wie z.B. Frau Epperlein zusammenfanden, um in der absehbaren Vereinigung der beiden deutschen Staaten ihre Interessen als langjährige Nutzer dieser Grundstücke zu wahren. Man holte sich Anregungen und Informationen in Blankenfelde, Teltow sowie in Berlin beim gegründeten Mieterbund der DDR und traf sich im "NVA-Klub" in der Neckarstrasse. Gleichgesinnte machte man im Kollegenkreis, mit Handzetteln und im "Start" (Betriebszeitung des Automobilwerkes) auf diese Interessengemeinschaft aufmerksam. So kam es -nun ganz einfach gesagt- im Mai 1990 zur Gründung des "Mieterbund Ludwigsfelde e.V.".
Mieterbund deshalb, weil man schnell erkannt hatte, dass man nur im Verbund mit einer großen Interessen- und Solidargemeinschaft sein Anliegen durchsetzen konnte. Über Teltow -dort hatten die Partner die gleichen Probleme in noch weit größerem Umfang- und dem inzwischen im DMB aufgegangenen Mieterbund der DDR fand man das richtige Umfeld.
Der Ludwigsfelder Verein gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Vereinigung von Mieterverbänden südlich Berlins, der VMNE. Der Vorstand tagte regelmäßig und der Verein beriet seine Mitglieder mittels Juristen wie z. B. Herr Meißner, Herr Dr. Blunert und Herr RiR Mittelbach, dann schon in der sogenannten "ESDA-Baracke" in der August-Bebel-Straße.

Als sich die Probleme der Gründer lösten und die Arbeit des Vereins in Routine des täglichen Lebens überging. kam es -wie oft im Leben- zu einem Rückgang der Aktivität. Herr Hecht schied 1993 wegen Hausbau aus dem Verein aus und übergab die Leitung an Frau Gutai, weil diese als einzige zur Übernahme dieses Amtes bereit war. Wie sich in den folgenden Jahren herausstellte, war sie aber nicht in der Lage, diese Funktion in dieser oben genannten schwierigen Situation umfassend auszuüben.
1996 musste durch die Teltower Mieterfreunde ein Tiefstand im Vereinsleben festgestellt werden. Eine tiefere Analyse der Ursachen und auch eine Rechtfertigung durch den zu dieser Zeit amtierenden Vorstand fand nicht statt, denn bei der Mitgliederversammlung im September 1996 war bis auf Frau Epperlein niemand anwesend. Normalerweise hätte auf dieser Versammlung der alte Vorstand nicht entlastet werden dürfen, denn der Neugewählte hatte einige Konsequenzen aus der vorangegangen Zeit zu tragen.
Doch die Mitgliederversammlung 1996 brachte auch für den Mieterbund Ludwigsfelde die Wende. Ein neuer Vorstand wurde gewählt, die Vereinsarbeit wieder kontinuierlich gestaltet und der MBL erblühte wieder neu. Die Hilfe der VMNE in dieser Zeit darf dabei nicht unerwähnt bleiben! Durch die kontinuierliche Absicherung der Rechtsberatung der Mitglieder durch Richter i. R. Herr Mittelbach wurde seine Existenz überhaupt gesichert. Im Namen der Ludwigsfelder Mitglieder gilt allen Beteiligten dafür unser Dank.

Der Verein begann wieder neben seiner Aufgabe - der Beratung seiner Mitglieder in Mietrechtsfragen - auch politisch aktiv zu werden. Ludwigsfelde entwickelte sich auch wirtschaftlich gut und die Rechtsnormen zur Wohnungspolitik der Altbundesländer wurden Schritt für Schritt auch hier übernommen. So sah sich der Mieterverein 1997 genötigt, wegen des ab 1. Januar 1998 gültigen Miethöhegesetzes (MHG) die Erstellung eines Mietspiegels für Ludwigsfelde zu fordern.
Wie turbulent die Zeit war, kann man auch daran ersehen, dass sich die Stadtverordneten auf der Sitzung am 16. Dezember 1997 neben der Mietspiegelfrage auch mit der Schaffung von Obdachlosenwohnungen beschäftigen mussten. Die Sicherung der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum wurde zu einer zentralen Frage des Wirkens des Vereins.
Doch es dauerte bis Oktober 1999, dass endlich der erste Mietspiegel für Ludwigsfelde mit einer Gültigkeit von zwei Jahren in Kraft treten konnte! Und "Geldmangel" musste als Begründung herhalten für den Entschluss der Stadtverordneten, diesen Mietspiegel 2002 nicht fortzuschreiben. Die Entwicklung der Miethöhen in Ludwigsfelde in den folgenden Jahren zeigt jedoch, wie schlecht dieser Entschluss war!

In den Ortsvereinen der Vereinigung der Mieter, Nutzer und selbstnutzenden Eigentümer VMNE setzte sich die Erkenntnis durch, das politische Gewicht der Mietervereinigung zu stärken. So wurde Ende 2003 auf der Mitgliederversammlung des Ludwigsfelder Mietervereins einstimmig beschlossen, sich mit den anderen der VMNE angeschlossenen Vereinen zum "VMNE e.V." zu verschmelzen. Die Vereinigung fasste auf ihrer Delegiertenkonferenz am 20.März 2004 den Grundsatzbeschluss dazu und der Verschmelzungsvertrag wurde am 8. Dezember 2004 unterzeichnet und notariell beglaubigt.
Somit endete mit der Eintragung des nunmehr großen Vereins im Vereinsregister am 6. April 2005 die Existenz eines juristisch eigenständigen Ludwigsfelder Mietervereins und es begann eine neue Ära des Wirkens der nunmehr gestärkten Mietervertretung in der Region Ludwigsfelde. Als einer der größten Mietervereine des Landes Brandenburg mit über 4000 Mitgliederhaushalten sind wir bis auf Landesebene nicht mehr von der Politik zu ignorieren!

Vertreter des Vereins arbeiteten zum Beispiel auf Einladung der Stadtverwaltung an Stadtentwicklungskonzepten mit und gestalten in Ludwigsfelde den regelmäßig durchgeführten "Tag des Wohnens" mit.
Unterstützung durch die Stadtverwaltung erfuhr und erfährt der Verein auch durch die Bereitstellung von Beratungsraum - zuerst im "Waldhaus" und nun schon seit längerer Zeit im Rathaus.

Auch die Notwendigkeit der Existenz eines nunmehr Qualifizierten Mietspiegels in der Stadt setzte sich verstärkt durch und somit gelang es einer 2007 gebildeten Arbeitsgruppe - natürlich unter aktiver Beteiligung des Mietervereins - einen solchen Mietspiegel zu erarbeiten, welcher zum 1. Juni 2008 in Kraft gesetzt wurde.
Seitdem besitzt Ludwigsfelde ununterbrochen dieses grundlegende Vergleichsinstrument zur Mietensituation und ist für alle kommenden Gesetzesregelungen zum Mietrecht gut gerüstet.
 
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